Hallo Ihr Lieben,
das Jahr ist schon in vollem Gange und endlich komme ich dazu, Euch einige Neuigkeiten zu berichten.
Die wohl traurigste Nachricht ist die, dass Muli Oskar am 24.02.25 verstorben ist. Oskar war 35 Jahre alt und lebte seit dem 25.05.2018 auf dem Tierlebenshof. Der Abschied von Oskar war mehr als schwer.
Als Oskar auf den Tierlebenshof kam, war er bereits auf dem rechten Auge blind. Vor einiger Zeit erblindete auch das andere Auge (vielleicht konnte er noch Schatten wahrnehmen). Das hat ihm seine Lebensfreude ziemlich genommen. Nach ein paar Wochen hatten wir den Eindruck, dass er sich mit seinem Zustand arrangiert hatte und er wurde wieder ein wenig fröhlicher.
Dann ging alles ganz schnell: Am Abend des 24.02. rief ich Oskar und Picasso in den Stall. Für Oskar immer ein riesiger Grund zur Freude, gab es doch sein Müsli bzw. sein geliebtes Mash. An diesem Tag lief er völlig orientierungslos an mir vorbei, torkelte noch einen Moment durch den Stall und legte sich hin. Mir war sofort klar, dass sein Zustand sehr ernst war. Als der sofort herbeigerufene Tierarzt ankam, befand sich Oskar schon „in einer anderen Welt“. Vom Einschläfern hat er nichts mehr mitbekommen.
Oskar war ein wunderbares Muli, mitunter eselmäßig bockig, aber immer auf eine charmante Art. Wir werden ihn nie vergessen!
„Jetzt ist Picasso alleine, das geht nicht!“ werdet Ihr nun denken. Womit wir bei der nächsten – diesmal sehr erfreulichen und riesengroßen – Neuigkeit wären. Ja, Picasso ist im Moment noch alleine, weil wir aus Altersgründen keine Großtiere mehr aufnehmen können. Aber das wird sich ganz, ganz bald ändern.
Wie ich schonmal angedeutet habe, arbeiten wir mit dem Lebenshof „Ein bisschen Wärme e.V.“ in Kirchberg (ca. 15 km von hier entfernt) zusammen. Dort ist für die vorhandenen Tiere nicht ausreichend Platz, bzw. die Weideflächen vermatschen bei Regen enorm.
Hier ist Platz ohne Ende, die Weiden sind perfekt! Also haben wir gemeinsam beschlossen, dass Markus Gärtner, der Betreiber des Lebenshofes, zuerst einmal Pferd und Pony zu uns bringt. Die beiden haben dann einen schönen Platz mit schöner Wiese und Picasso hat wieder Pferdegesellschaft. Für alle die perfekte Lösung!
Und damit nicht genug: im Laufe des Sommers werden Rinder, Schafe sowie 2 Alpakas folgen. Es ist eine Entscheidung, die für beide Seiten mehr als positiv ist. Für die Tiere des Lebenshofs „Ein bisschen Wärme“ e.V. bedeutet es mehr Platz und günstigere Bodenverhältnisse, für uns bedeutet es, dass wieder Tiere bei uns auf dem Hof leben, wir aber nicht die volle Verantwortung und vor allem die komplette Arbeit haben.
Gestern war dann der ganz große Tag, dem ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegengesehen habe: Seit langem habe ich schlaflose Nächte und Zukunftsängste gehabt. Nicht wegen meiner Person, sondern wegen des Gedankens, wie es mit dem Hof mal weitergeht, wenn ich nicht mehr kann oder gar sterbe (was hoffentlich noch sehr, sehr lange dauert). Wenn der Hof nach der gesetzlichen Erbfolge weitergegeben würde, würde er mit Sicherheit verkauft, egal an wen. Aber dieser besondere Ort, das ist mir eine Herzensangelegenheit, soll nicht an irgendwen verkauft werden. Er soll bestehen bleiben als ein Ort, an dem Tiere ein ruhiges und friedliches Leben ohne Angst leben können.
Und daher – tatatataaaaaa – haben Josef und ich (bisherige Eigentümer) den Hof mit allen Flächen (knappe 5 ha) gestern dem Verein Tierlebenshof Hunsrück-Mosel e.V. geschenkt. Die Unterschriften beim Notar sind geleistet, der Hof ist gesichert. Laut Satzung geht unser Vereinsvermögen, wenn wir uns irgendwann einmal auflösen (was hoffentlich auch noch ganz lange dauert) an den Verein „Ein bisschen Wärme e.V.“. Für Markus Gärtner ist das ebenfalls eine Sicherheit, dass er hier irgendwann weitermachen kann.
Ich denke, dass es so die beste Lösung ist und so die Sicherheit gegeben ist, die ich mir wünsche. Dieser schönste Platz der Welt wird der schönste Platz der Welt bleiben. Es werden noch lange Tiere hier ein glückliches und zufriedenes Leben leben.
Ich bin Josef zutiefst dankbar, dass er meinem Wunsch entsprochen und die Entscheidung mit mir zusammen getragen hat. Denn ohne seine Unterschrift wäre es nicht zu der Schenkung gekommen.
Das sind also die aktuellen Neuigkeiten. Näheres zu den Tieren beim nächsten Mal… Nehmt mir bitte nicht übel, wenn der Newsletter diesmal etwas wirr rüberkommt, aber emotional ist die Schenkung schon eine große Sache und ich bin noch ziemlich aufgewühlt deswegen…
Bis dahin wünsche ich Euch eine wunderschöne Zeit!
Ruth Wirtz und alle Hofbewohner